Europäischen Repräsentanten (2017-2019):

  

 Mira Erlich-Ginor


Dem Beirat anzugehören finde ich wichtig und spannend, und deshalb kandidiere ich für eine zweite Amtszeit.

Nach einjähriger Arbeit im Beirat habe ich von den gravierenden Aufgaben, mit denen die IPV konfrontiert ist, von der Dynamik, die durch die drei Regionen erzeugt wird, und von den Gefahren und Chancen, die vor uns liegen, eine weit bessere Vorstellung bekommen.

Die heutige Herausforderung für die IPV besteht darin, die Psychoanalyse als Behandlungsmethode zu verteidigen und sich selbst als für ihre Mitglieder wertvolle Organisation zu behaupten. In unserer vom Wettbewerb bestimmten Welt wird die Psychoanalyse als irrelevante und veraltete Methode attackiert. Auch Psychoanalytikern ist der Nutzen, den ihnen die Zugehörigkeit zur IPV einträgt, nicht ohne weiteres ersichtlich. Sehr oft hört man Fragen wie: “Was ist die IPV? Was passiert mit meinem Geld? Was bringt mir die Mitgliedschaft in der IPV?”

Von folgenden Punkten bin ich zutiefst überzeugt:

  • Für die Mitglieder ist die IPV absolut wichtig. Sie übernimmt eine führende Rolle, wenn es darum geht, Standards festzulegen, dem modernen “anything goes” etwas entgegenzuhalten und die psychoanalytischen Grundsätze und Werte zu verteidigen.
  • Wichtig sind offene Kommunikationswege zwischen der IPV und ihren Mitgliedern. Diese müssen sich von der IPV vertreten fühlen, und die IPV muss sich der Bedürfnisse ihrer Zweiggesellschaften annehmen und darauf eingehen. Ich arbeite daran, eine wachsende Zahl von Mitgliedern in die aktive Komitee-Arbeit einzubeziehen.
  • Eine globale Perspektive einzunehmen, ohne den spezifisch europäischen Blickwinkel zu verlieren, ist von großer Bedeutung. Zumeist sind beide deckungsgleich, gelegentlich aber gab es Situationen, in denen die europäischen Repräsentanten dafür Sorge tragen mussten, durch Problemlösungen für andere Regionen keine Schwierigkeiten für uns in Europa zu erzeugen.

    Das Bewusstsein für die europäische Psychoanalyse, ihre spezifischen Bedürfnisse und Herausforderungen ist von enormer Wichtigkeit und muss mit Nachdruck vertreten werden.

  • Eine globale Organisation muss in der heutigen Welt maximal transparent sein, direkte Verbindungen zu ihren Mitgliedern und ihren Zweiggesellschaft pflegen und diese Verbindungen weiter ausbauen.

 

Mein Berufsleben war geprägt von meiner intensiven täglichen psychoanalytischen Praxis und der Entwicklung der Institutionen. Ich hatte und habe führende Ämter in der Israelischen Psychoanalytischen Gesellschaft, der EPF und der IPV inne. In meiner Arbeit mit israelischen und deutschen Psychoanalytikern sowie mit Menschen, die unter den Folgen des 2. Weltkriegs oder unter dem israelisch-palästinensischen Konflikt leiden, wende ich die Group Relations-Methode auf soziale Traumatisierungen an.

 

Seit 20 Jahren engagiere ich mich in meiner Gesellschaft sowie in der EPF und IPV in der psychoanalytischen Ausbildung: Ich war 5 Jahre lang Vorsitzende der EPF Working Party on Education, habe mehrere Forschungsprojekte auf diesem Gebiet geleitet und bin zurzeit für verschiedene Workshops und Veranstaltungen der EPF- und IPV-Kongresse aktiv.

 

Im Falle meiner Wiederwahl werde ich mich mit vollem Engagement, mit all meiner Erfahrung in Psychoanalyse, Gruppendynamik und institutioneller Arbeit und in meiner tiefen Verbundenheit mit dieser Organisation den Aufgaben des Beirats widmen.

 

Bisherige Ämter:

 

Mira Erlich-Ginor: IPV: 2010 Site visit committee; 2010-2015, Sponsoring Committee for Psike Study Group, Vorsitzende; 2015-1017, IPV-Beiratsmitglied. EPF: 2005-2010, Working Party on Education, Vorsitzende; 2007-2011, End of training evaluation project, Vorsitzende; seit 2010, PIEE-EPF Mitglied des internationalen Forschungsteams: “PA training, "Regular" and "non-regular" setting in Europe”. IPS: 1997-1999, Zulassungskomitee, Vorsitzende; 2003-2006, Ausbildungskomitee, Vorsitzende; 1990-1996, Psychoanalytic Psychotherapy Course, Co-Direktorin; seit 2007, Mitbegründerin und Vorsitzende, "Advancement of Contemporary-Classical Psychoanalysis"; 2012- 2015: "The Triangles Project", Intervention zum Umgang mit Spaltungen und Spannungen in der IPS, Mitinitiatorin und Ko-Leitung. Seit 2015 “In Memoriam” IPS, IPV Web ‑ ein Projekt, das dem Gedenken verstorbener IPS-Mitglieder gewidmet ist und die Nachrufe auf die IPV-Website stellt.




 

 Giovanni Foresti

 

Die grundlegende Mission der IPV zu erfüllen ist in den vergangenen Jahrzehnten schwieriger geworden, da unsere sich rasch wandelnde Welt die Psychoanalyse mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert: mit dem Wettbewerb durch andere Disziplinen und Behandlungsmethoden, der Wirtschaftskrise und der weitverbreiteten Verarmung zahlreicher Nationen, den kulturellen Veränderungen in postmodernen Gesellschaften und ihrer Konzentration auf rasche Lösungen und kurzfristige Interventionen, den Konsequenzen der neuen Technologien mit ihrer merkwürdigen Mischung aus Chancen und Gefahren, mit dem unerbittlichen Altern unserer Mitgliederbasis und der daraus resultierenden prekären Finanzlage vieler Zweiggesellschaften.

 

Da ich als Kandidat lange in der IPSO und 2015/2016 im IPV-Beirat als Repräsentant für Europa gearbeitet habe, weiß ich, dass wir diesen Problemen erfolgreich begegnen und institututionelle Lösungen finden können, sofern die zentralen und die lokalen Ebenen des Organisationsnetzwerkes kooperationsfähig bleiben (Subsidiaritätsprinzip).

 

Um ihre schwierigen neuen Aufgaben erfüllen zu können, muss die IPV weiterhin eine intensive und zunehmend effektive Kommunikationsebene zwischen den verschiedenen Ebenen ihrer komplexen Struktur zur Verfügung stellen. Ohne Koordination, wechselseitige Unterstützung und gemeinsames Teilen der besten Praxis könnte der gegenwärtige Mangel an institutioneller Integration alle Mühe vergebens machen.

 

Im Falle meiner Wiederwahl werden folgende Schlüsselwörter meine Arbeit bestimmen:

 

1) Pluralismus

In der Vergangenheit hat sich die Kohärenz der psychoanalytischen Theorie und Praxis als robuster Container der persönlichen und professionellen Identität bewährt. Die Vielzahl der heutigen kulturellen Unterschiede innerhalb der psychoanalytischen Bewegung ist ein gravierendes Problem, das uns zwischen nostalgischen Einstellungen (Versteinerung, wie Wallerstein es nannte) und deregulierten Neuerungen (Turm zu Babel und Balkanisierung) lähmen könnte. Wenn es uns gelingt, die Unterschiede zu respektieren und ihre charakteristischen Merkmale systematisch miteinander zu vergleichen, kann der Pluralismus aber auch zur Quelle konzeptueller Stärke und klinischen Reichtums werden.

 

2) Forschung

In den vergangenen zwei Jahrzehnten haben viele prominente Kolleginnen und Kollegen daran gearbeitet, die Diskrepanz zwischen klinischer Praxis und aktuellen Forschungsstrategien zu verkleinern. Neben einer Verbesserung der historischen Forschung und der Konzeptforschung können wir nun auch von neuen Methoden der empirischen, quantitativen und semi-quantitativen Forschung profitieren. Die IPV sollte die neue Generation der Forschungsprogramme nicht allein durch Gelder fördern, sondern auch durch institutionelle Unterstützung und Sichtbarkeit.

 

3) Öffentlichkeitsarbeit

Die IPV kann ein Menge dafür tun, um lokale Gruppen, die in effektive Projekte ihrer Öffentlichkeitsarbeit investieren, zu ermutigen, sie bekannt zu machen, zu unterstützen und zu belohnen. Wir müssen lernen, Programme, die sich bewährt haben, weiterzugeben und zu verbreiten.

 

4) Gruppendynamik

Die Bedeutsamkeit von Gruppenphänomenen und die durch sie erzeugte primitive institutionelle Dynamik wurden intensive erforscht. Bislang aber bleibt der Einfluss dieser Erkenntnisse in unseren Organisationen sehr begrenzt. Viele IPV-Mitglieder haben Methoden und Theorien auf diesem Gebiet entwickelt, und unsere Institutionen sollten sich die entsprechenden Fähigkeiten zunutze machen und sie in der gesamten Community verbreiten.

 

Bisherige Ämter:

Giovanni Foresti: IPSO: Italienischer Repräsentant (1995-1997) und Mitglied des Vorstands als Schatzmeister (1997-1999). SPI: Wissenschaftlicher Sekretär des “Cesare Musatti” Milan Centre for Psychoanalysis (2007-2009); Wissenschaftlicher Sekretär der Società Psicoanalitica Italiana (2010-2012); Dozent des SPI National Institute of Training (2008-2014). IPV: Mitglied der IPV/IPSO Arbeitsgruppe unter Vorsitz von R. Tyson (2002); Ko-Vorsitzender für Europa im IPV-Komitee “Psychoanalysis and the mental health field” unter Vorsitz von C. Eizirik (2013-2016); Europäischer Repräsentant im Beirat der IPV (2015-2016).



 

 Serge Frisch

Die Einheit der Psychoanalyse zu bewahren und hohe Qualität der Ausbildung künftiger Analytikergenerationen zu gewährleisten: dies waren Freuds Beweggründe, die ihn vor über einhundert Jahren veranlasst haben, die IPV ins Leben zu rufen. Vor dem aktuellen Hintergrund der Standardisierung und Entkomplexifizierung des Denkens sind diese Motive heute relevanter den je.

 

In meinen Jahren als Präsident der Europäischen Psychoanalytischen Föderation habe ich Kenntnisse über die Entwicklung der Psychoanalyse in Europa sammeln können, über die Stärken, aber auch über die Schwierigkeiten psychoanalytischer Gesellschaften. Diese Schwierigkeiten können mit dem spezifischen historischen oder kulturellen Kontext jeder Gesellschaft zusammenhängen. Sie können auch mit der Einbeziehung der Psychoanalyse in die Gesundheitspolitik und die gesetzlichen Vorgaben zu tun haben, die die Ausbildung und Praxis unserer Profession regulieren und ihr mitunter ein starres Korsett verpassen. Und schließlich können sie ein Nachlassen der analytischen Stringenz innerhalb bestimmter Gruppen oder ein Verschwimmen der Grenzen zwischen Psychoanalyse und Psychotherapie widerspiegeln.

 

In der europäischen Region gibt es mehr als 40 psychoanalytische Gesellschaften, jede mit eigenen spezifischen Besondernheiten. Im gemeinsamen Dialog erweisen sich diese Unterschiede für die Psychoanalyse als Bereicherung. Während die EPF eine klare wissenschaftliche Funktion erfüllt, an der sie festhalten muss, gilt die Aufmerksamkeit der IPV vor allem der institionellen Politik und insbesondere der Ausbildung.

 

Zurzeit erkennt die IPV drei psychoanalytische Ausbildungsmodelle an: das Eitingon-Modell, das Französische Modell und das Uruguayische Modell, aber die Praxis der Fernanalyse (via Skype, Telefon) breitet sich immer weiter aus. Es besteht die Befürchtung, dass diese Form der Analyse unter der Hand zu einem Fait accompli werden könnte, obwohl uns die Daten fehlen, die für ihre wissenschaftliche Prüfung notwendig wären. Die aktuelle Administration hat sich dieses Themas zwar angenommen, doch ist zu fragen, ob die IPV weiterhin die Möglichkeiten hat, um diesbezüglich mit klarer Stimme zu sprechen, wichtiger noch: mit einer Stimme, die über Autorität verfügt.

 

Wer die weltweiten Entwicklungen der Psychoanalyse verfolgt, kommt nicht umhin, die wachsenden Unterschiede, die auf allen drei Kontinenten zutage treten, anzuerkennen. Deshalb dürfen wir uns mit Fug und Recht fragen, was uns noch verbindet. Ist die IPV in der Lage, sich zu diesen Unterschieden zu äußern, ihre Gründe zu verstehen und über ihre Implikationen für die Metapsychologie und die analytische Technik nachzudenken und unsere Profession zugleich auch für potentielle Kandidaten interessant zu machen?

 

Oder wird die IPV lediglich zu einem Gremium, das die vorhandenen Differenzen registriert und dank geschickten politischen Kalküls und ohne irgendjemanden zu verärgern alle zwei Jahre einen “reibungslosen” Kongress organisiert – eine Praxis, die mit der des Bilderstürmers Freud nichts mehr gemein hat? Möchte die IPV weiterhin eine Kraft der Einheit sein, die auch das Risko eingeht, erhitzte Debatten in Gang zu setzen, oder müssen wir uns eingestehen, dass wir zu einer aus drei unabhängigen Zweigen bestehenden Elternorganisation geworden sind?

 

Im Falle meiner Wahl in den IPV-Beirat werde ich mich aufgrund meines Wunsches nach demokratischer Transparenz dafür einsetzen, diese Diskussionen nach außen in die Gesellschaften und zu ihren Mitgliedern zu tragen.

 

Bisherige Ämter:

 

Dr. Serge Frisch, Lehranalytiker und Supervisor Belgische (SBP) und Deutsche Psychoanalytische Gesellschaft (DPG). SBP: 2008-2011 Präsident; 2006-2008 Generalsekretär; Mitglied des Lehrausschusses seit 2007. IPV: Sponsoring Committee für den Libanon seit 2009; 2001-2005 Psychoanalysis and Allied Professions Committee; 2009-2012 European Vice-Chair of the Outreach Committee. EPF: 2012-2016 Präsident; 2009-2012 Working Party Chair: ‘Specificity of Psychoanalytic Work Today’; 2007-2012 Mitglied der Expert Group on Psychoanalytic Research.

 


 

 Luis Jorge Martín Cabré

Im Anschluss an meine erste Erfahrung im Beirat der europäischen Repräsentanten möchte ich bei diesen Wahlen erneut kandidieren. Ich möchte in Zusammenarbeit mit meinen Kollegen die Kontinuität und institutionelle Legitimität der IPV als Institution zum Schutz der Psychoanalyse, deren Wert in unserer Kultur nicht infrage steht und die ein wissenschaftliches, auf Wahrheit und Transparenz beruhendes Ideal fördert, aufrechterhalten.

Die wesentlichen Aufgaben der institutionellen Weiterentwicklung der IPV sind aus meiner Sicht Offenheit, Verbindungen zwischen Analytikern aus den verschiedenen Regionen und die Förderung wissenschaftlicher Forschung und Entwicklung.

Ich bin überzeugt, dass die Psychoanalyse sich nicht isolieren und sich den Veränderungen in Kultur und Wissenschaft nicht verschließen darf. Die Psychoanalyse muss sich dem Dialog mit anderen Disziplinen öffnen, ohne sich zu unterwerfen oder sich überlegen zu fühlen. Die Psychoanalyse hat ihre Spezifität durch die ihr eigenen unverwechselbaren Merkmale, aber auch durch diejenigen, die sie mit anderen Wissensbereichen in Kontakt bringen, erlangt.

Unter diesem Blickwinkel betrachtet, sollte die IPV unsere Präsenz in Krankenhäusern, Gesundheits- und Sozialfürsorgeeinrichtungen sowie Universitäten fördern; sie sollte Räume für die Diskussion mit Kollegen aus anderen Institutionen, mit Studierenden, Ärzten und anderen in der psychischen Gesundheitsversorgung Tätigen schaffen, indem sie gemeinsame Projekte implementiert, und offene Seminare, Kurse und Masterstudiengänge für Psychologen, Psychotherapeuten, Psychiater und andere Experten anbieten.

Wichtig ist aber auch der Blick nach innen, auf die Kommunikation und den Dialog zwischen Analytikern sowie den verschiedenen Bezugsrahmen, die einen der größten Schätze unseres Erbes darstellen. Aus diesem Grund müssen wir die wissenschaftliche Aktivität und Forschung fördern.

Das Überleben der Psychoanalyse hängt davon ab, dass wir uns unsere theoretische Identität bewahren; es setzt aber auch ihre Erweiterungs- und Wandlungsfähigkeit voraus. Die Förderung des wissenschaftlichen Dialogs zwischen Analytikern aus den drei IPV-Regionen einschließlich der gefährlicheren Gebiete ist eine ethische Verpflichtung und kann unsere Kandidaten zuversichtlich und hoffnungsvoll stimmen. Bestätigt wurde dies aktuell durch das Beispiel der Wiedervereinigung der Holländischen Gesellschaft sowie vor einiger Zeit der Schwedisch Gesellschaft.

Die Lehre hat besondere Aufmerksamkeit verdient. Kandidaten repräsentieren die Hoffnung und das Überleben der Psychoanalyse. Wir müssen uns ihre Anliegen aufmerksam anhören und ihnen in ihrer theoretischen und klinischen Ausbildung die Unterstützung gewähren, die sie benötigen.  Wir alle wissen, wie schwierig es für sie ist, Patienten für eine Analyse zu gewinnen, um den Ausbildungsprozess überhaupt vorschriftsmäßig abzuschließen zu können. Hier ist unsere Institution gefordert, nach neuen Methoden zu suchen, um den Bedürfnissen der Kandidaten Rechnung zu tragen, ohne die verbindlichen strengen Ausbildungsstandards zu opfern. Besondere Aufmerksamkeit ist der sogenannten Fernanalyse und den damit verbundenen Risiken für die Vertraulichkeit zu widmen.

Ich halte es in meiner Arbeit als Repräsentant für Europa für sehr hilfreich, mit den Gesellschaften kontinuierlich in Kontakt zu bleiben. Jede von ihnen ist ein Bindeglied.

Viele Aspekte, manche durchaus heikel und problematisch, stehen zur Bearbeitung an, doch ich bin überzeugt, dass ein vorurteilsfreier Dialog und eine loyale Einstellung gegenüber dieser ganz besonderen “Brüdergemeinschaft”, für die Ferenczi sich 1910 stark machte, unseren Bestrebungen zuträglich sein werden.

Bisherige Ämter:

Asociación Psicoanalítica de Madrid (Psychoanalytische Vereinigung Madrid, APM): Mitglied des Management Board (1992-1995), Sekretär des Management Board (1996 - 1999), Mitglied des Ausbildungsausschusses (1996-1999), Präsident (2010-2013). IPV: CAPSA Mitglied (2006-2009), Mitglied des Editorial Board des International Journal of Psychoanalysis. Repräsentant für Europa 2015 bis 2017.



 Jonathan Sklar

Ich freue mich, von der Britischen Psychoanalytischen Gesellschaft nominiert worden zu sein, um für eine weitere zweijährige Amtszeit im Beirat der IPV zu kandidieren.

Ich werde mich weiterhin dafür einsetzen, den demokratischen Geist unserer IPV angesichts der zahlreichen unterschiedlichen Traditionen und Ausbildungssysteme und in einer Phase raschen Wandels zu bewahren. Fragen der Autorität, Demokratie und der Möglichkeiten, unsere Fähigkeit, dem Anderen weiterhin zuzuhören, zu entwickeln, sind für die Zukunft der Psychoanalyse von Belang. Vor dem Hintergrund sehr unterschiedlicher klinischer Ansätze und Sprachen muss die IPV weiterhin kreativ über die Ausbildung künftiger Psychoanalytiker und die Schaffung einer bestmöglichen Umwelt für prospektive Analysepatienten nachdenken. Wirtschaftliche Härten in der europäischen Region machen es für Psychoanalytiker sehr schwierig, eine analytische Praxis zu führen und Kandidaten auszubilden. Dies wiederum hat zur Folge, dass man über die Intensität der Ausbildung, wie das Eitingon-Modell sie vorsieht, zu diskutieren beginnt und dadurch den Unterschied zwischen Psychoanalyse und Psychotherapie infrage stellt. Eine solch schwierige Diskussion in unseren Gesellschaften, in der EPF und im IPV-Beirat bedeutet für uns alle eine Herausforderung.

Unsere europäische Region verzeichnet die schnellste Entwicklung. An führender Position steht hier das Psychoanalytische Institut für Osteuropa (PIEE), dem ich seit vielen Jahren verbunden bin. Die europäische Region, der auch die analytischen Gesellschaften des Mittleren Ostens und Australiens sowie die erste afrikanische Gesellschaft angehören, hat es mit der Psychoanalyse in einem multikulturellen, multiethnischen und multilingualen Geflecht zu tun, das weit über die Grenzen des historischen österreichisch-ungarischen Modells aus Freuds Tagen hinausreicht. Jenseits Europas erwacht in China mit seinen riesigen Gebieten ein neues Interesse an der Psychoanalyse. Mein Bestreben ist es weiterhin, ähnliche und unterschiedliche analytische Umwelten zu finden, die sich miteinander verständigen können.

Viele unserer eigenen Gesellschaften blicken auf historische Traumata zurück, die zahlreiche Analytiker noch heute persönlich berühren. Totalitäre Regime mit Kontrollen, die tief ins soziale, politische und familiäre Leben eingriffen, haben in der unbewussten Dynamik des kulturellen Lebens im 20. und 21. Jahrhundert eine Rolle gespielt, und viele analytische Gesellschaften tragen die Narben noch heute. Der aktuelle kalte Krieg zwischen Russland und der Ukraine zieht die Region in Mitleidenschaft. In mehreren europäischen Ländern ist zudem ein verschärftes Vorgehen der Regierungen zu beobachten, das die Freiheit, für die sich die Psychoanalyse einsetzt, bedroht. Den Anderen tolerieren zu können, ohne Dominanz zuzulassen, und zugleich auch Komplexität anzuerkennen, ist die Aufgabe, die uns von der Geschichte übertragen wurde. Ich begreife dies als einen potentiellen Beitrag, den Europa für die anderen Regionen der IPV leisten kann, deren Vergangenheit ebenfalls von sozialen Traumata geprägt ist, die von den analytischen Gesellschaften oft unbewusst gespiegelt werden.

Vor allem in meiner Zeit als Vizepräsident der EPF habe ich mein Wissen und meine Verbundenheit mit der europäischen psychoanalytischen Region auch in die oft komplizierten Interaktionen mit der IPV eingebracht. Diese Erfahrung sowie meine umfangreiche Lehr- und Vortragstätigkeit in West- und Osteuropa und meine regelmäßige Lehrtätigkeit in Nordamerika werden es mir ermöglichen, in Ihrem Sinn kompetent und sachkundig mit unseren Regionen im Beirat zusammenzuarbeiten.

Bisherige Ämter:

 

DR. JONATHAN SKLAR FRCPsych: Britische Psychoanalytische Gesellschaft: Erster Vorsitzender Regional Development Cmmt 1994-1998; Vorsitzender Regionale Training Cmmt 1998-2002; Education Cmmt 1998-2002; Zulassungskomitee 2006- 09. EPF: Vizepräsident Europäische Psychoanalytische Föderation, 2007-2011; Organiser Associate Members Seminar; Organizer Forum on Education; Verbindungsbeauftragter für Osteuropa und PIEE; PIEE Teacher Summer School 2010-14. IPV: European Editor, IPV-Newsletter 2010-12; Vorsitzender CAPSA  2013-present; Europäisches Beiratsmitglied seit 2015. Ehrenmitglied Psychoanalytische Gesellschaft Serbien und Südafrikanische Psychoanalytische Vereinigung 2016.

 


 

 Martin Teising

 

Als Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin habe ich die psychoanalytische Weiterbildung bei der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung (DPV) 1990 abgeschlossen. Seither arbeite ich kontinuierlich in psychoanalytischer Praxis. 2006 wurde ich mit der Durchführung von Lehranalysen beauftragt.

Einen Teil meiner Arbeitskraft widme ich der Anwendung psychoanalytischen Wissens in der Forschung sowie im sozialpsychiatrischen und pädagogischen Feld.

Schon als Kandidat habe ich regelmäßig an internationalen Veranstaltungen der Psychoanalyse teilgenommen und mich aktiv am wissenschaftlichen Austausch beteiligt. Die Geschichte meines Landes und ihre Bedeutung auch für die nachfolgenden Generationen ist dabei stets gegenwärtig.

Seit 1983 bin ich wissenschaftlich tätig, zunächst an der Universität Kassel, später an der  Universität Tübingen, bevor ich 1994 zum Professor der Frankfurt University of Applied Sciences ernannt wurde. Seit 2012 bin ich Präsident der International Psychoanalytic University Berlin (IPU) und bemühe mich um die Integration der Psychoanalyse in die akademische Welt, um die Förderung wissenschaftlichen Nachwuchses und um Kooperationen mit den  Psychoanalytischen Instituten.

Meine Forschungsinteressen richten sich auf die Psychodynamik des Alterns und der Suizidalität und damit verbundene ethische und geschlechtsspezifische Fragestellungen. Ich habe mich mit psychoanalytischen Konzeptualisierungen von Gesundheit und Krankheit sowie der Funktion der Kontaktschranke beschäftigt. Arbeiten zu diesen Themen sind unter anderem im International Journal of Psychoanalysis publiziert worden.

In den letzten neun Jahren habe ich in leitender Funktion die Sommeruniversität Psychoanalyse der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung mit entwickelt, mit  jährlich über 300 Teilnehmern, von denen einige für die psychoanalytische Ausbildung gewonnen wurden. Diese Einrichtung hat international Interesse gefunden und wird auch von anderen psychoanalytischen Gesellschaften und der EPF in ähnlichem Format angeboten.

Die DPV hat unter meiner Leitung Stellungnahmen zu aktuellen Themen der Zeit initiiert und veröffentlicht. Regelmäßig publiziere ich psychoanalytische Beiträge auch in öffentlichen Medien.

Ich verstehe die Psychoanalyse als psychotherapeutische Methode mit unterschiedlichen Verfahren, als Kulturtheorie sowie als angewandte Sozialwissenschaft. Als europäischer Repräsentant im IPA-Board setze  ich mich seit 2015 dafür ein, dass dieses auf Freud zurückgehende Verständnis der Psychoanalyse auch in der IPA gepflegt wird. Ich möchte unsere exzellente klinische Ausbildung erhalten, weltweit fördern und die Implementierung der Psychoanalyse in die wissenschaftliche Welt sichern und festigen. Dazu gehört die Förderung klinischer Einzelfallforschung ebenso wie die transdisziplinäre Forschung in vielfältigen Anwendungsfeldern  und die  Vernetzung von Forschungszentren und -Projekten. Wir benötigen dringend wissenschaftlich qualifizierten Nachwuchs, auch mit medizinischem Grundberuf, um an den Diskursen in der universitären Welt teilnehmen zu können. Ich möchte mich dafür einsetzen, dass die Anwendungen der Psychoanalyse weltweit auch Menschen benachteiligter sozialer Schichten erreichen und ihnen zu Gute kommen. Die Bedingungen für Remote-Psychoanalysen müssen sehr sorgfältig, insbesondere auch unter Sicherheitsaspekten,  geprüft werden. Mit Blick auf globale Entwicklungen sollte eine eigenständige vierte IPA-Region entwickelt werden. Dafür bitte ich auch für eine zweite Wahlperiode um Ihre Unterstützung.

 

Bisherige Ämter:

 

Martin Teising: Deutsche Psychoanalytische Vereinigung (DPV): 2002-2008 Leiter des Alexander-Mitscherlich-Instituts, Kassel; 2008-2014 DPV-Vorstandsmitglied (2008-2010 designierter Vorsitzender; 2010-2012 Vorsitzender; 2014 ehemaliger Vorsitzender); EPF: 2010-2012 Ratsmitglied; IPV: 2011 Mitglied, seit 2013 europäischer Ko-Vorsitzender des Komitees Perspektiven des Altern von Patienten und Psychoanalytikern; seit 2013 Mitglied des Komitees Psychoanalysis and Mental Health; seit 2015 Europäischer Repräsentant im Vorstand der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung.




 Franziska Ylander

Meine Kandidatur für das Amt einer europäischen Repräsentantin im IPV-Beirat ist für mich ein bedeutsamer und logischer Schritt auf meiner langen Reise durch das Leben mit der Psychoanalyse, das nahezu 30 Jahre klinischer psychoanalytischer Praxis umfasst. Die beigefügte Liste meiner bisherigen Ämter sollte deutlich machen, wohin meine Interessen mich geführt haben; ich möchte dennoch drei wichtige Bereiche hervorheben, die mir besonders wichtig waren und die im Falle meiner Wahl in meinen Beitrag zur IPV einfließen werden.

Erstens bildeten die Beziehungen zwischen Psychoanalyse und Gesellschaft – im weitesten Sinn – einen Schwerpunkt meiner Arbeit in meiner Gesellschaft und meines Engagements in der EPF und IPV während der vergangenen zwei Jahrzehnte. Ich spreche von der Aufgabe, Möglichkeiten zu finden, den Einfluss des psychoanalytischen theoretischen Denkens zu stärken. Nicht weniger wichtig ist die Vermittlung eines basalen psychoanalytischen Verständnisses des menschlichen Wesens. Hinzufügen möchte ich das ”interne”, unter uns Analytikern zu leistende Bemühen, ein Bewusstsein für die Wichtigkeit des wechselseitigen Beobachtens und des Nachdenkens über unsere Umwelt zu fördern. Diese Arbeit wird die Entwicklung der Psychoanalyse früher oder später beeinflussen. Ich konnte dies als Viezpräsidentin der EPF im Zusammenhang mit meiner Arbeit an dem Programm der jährlichen wissenschaftlichen Tagungen derEPF erforschen. Ein wichtiger Bestandteil dieser Arbeit war die Schaffung eines Raumes, um die Beziehungen zwischen der Psychoanalyse und anderen Wissenschaften, ihre Ähnlichkeiten und Unterschiede, zu untersuchen, Türen zu öffnen und Brücken zu bauen.

Zweitens interessiere ich mich seit langem sehr für Fragen der psychoanalytischen Ausbildung und besonders für die klinische Lehre. Seit 10 Jahren bin ich in meinem Institut im Komitee für klinische Supervision aktiv. Dabei geht es in erster Linie darum, die Entwicklung der klinischer Kompetenz unserer Kandidaten zu fördern und die Schwierigkeit, supervidierte klinische Arbeit zu evaluieren, angemessen zu berücksichtigen. In engem Zusammenhang mit dieser Aufgabe habe ich mich an der Implementierung und Weiterentwicklung des Modells für die Ausbildung psychoanalytischer Supervisoren eingesetzt, das seit mehr als 20 Jahren in der Schwedischen Vereinigung Anwendung findet. Ich bin sehr daran interessiert, diese Arbeit auch auf der IPV-Ebene fortzusetzen.

Drittens interessieren mich seit langem institutionelle Themen. Ich habe in einer kleinen Gruppe mitgearbeitet, die die Voraussetzungen für den 2010 erfolgten Zusammenschluss der beiden schwedischen Gesellschaft untersucht und mitgeschaffen hat. Während meiner Jahre im Vorstand der EPF habe ich die Herausforderungen, die der Aufbau neuer Gesellschaften mit sich bringt, und die Entwicklung der Beziehungen zwischen den größeren Organisationen wie der IPV und den regionalen Föderationen sehr gut kennengelernt. Auch schwere Konflikte, die Gesellschaften zu spalten drohen, und ihre Auswirkungen sind mir begegnet. Ich habe ausführlich über die Dynamik unsers gemeinsamen psychoanalytischen Erbes und über die Frage, inwieweit es – auf einer pragmatischen Ebene – hilfreich oder hinderlich ist, nachgedacht. All diese Erfahrungen möchte ich im Falle meiner Wahl in den IPV-Beirat der Repräsentanten klar artikuliert, aber in aufgeschlossenem Geiste in meine Arbeit einbringen.

Bisherige Ämter:

IPV: European IPA Outreach Committee 2010-2011. EPF: Vorsitzende Outreach Platform EPF/IPA (Committee on Psychoanalysis and Society) 2001-2007; Vizepräsidentin EPF-Vorstand 2011-2016. Schwedische Gesellschaft: Sekretärin, Institutsvorstand 1989-1991; Vorsitzende Committee of Outreach, Board of Society 1997-2002; Vizepräsidentin Schwedische Gesellschaft 2000-2002; Fusion Committee Swedish Society & Swedish Association 2007-2009. Schwedische Vereinigung: Committee on Clinical Supervision 2006-date; Vorsitzende Committee on Clinical Supervision, Institutsvorstand 2010-2012.